Mythen über Boudoir

Boudoir ist eines dieser Wörter, um das sich erstaunlich viele Missverständnisse ranken. Manche denken sofort an vollständige Nacktheit, an laute Erotik oder an Bilder, die nur für sehr junge, sehr schmale Frauen gemacht sind. Nichts davon beschreibt das, was moderne Boudoir-Fotografie heute wirklich sein kann.

BOUDOIR leitet sich von dem französischen Verb bouder ab, was so viel wie “schmollen” oder “Stirn runzeln” bedeutet– in etwa wie wenn jemand kurz allein in seinem Zimmer „beleidigt“ vor sich hin sitzt. Die Endung -oir sieht man auch in anderen französischen Raumbezeichnungen (etwa parloir). Historisch beschreibt boudoir also wörtlich einen „Schmollraum“, also einen Ort, an den man sich in Ruhe zurückziehen kann.

Wikipedia beschreibt Boudoir so: Ein Boudoir war ursprünglich ein kleiner, meist elegant eingerichteter Raum, den vor allem wohlhabende Frauen im 18. Jahrhundert nutzten, um sich zurückzuziehen, sich zu kleiden oder intime Momente allein oder mit engen Freundinnen zu verbringen.

In der heutigen Boudoir-Fotografie wird diese Idee eines privaten, geschützten Raums übertragen: Es geht um Intimität, Ruhe und eine Atmosphäre, in der Menschen sich gesehen und wertgeschätzt fühlen – ohne den ursprünglichen Wortwitz, der eher liebevoll-pikant als ernst gemeint ist.

Der wichtigste Irrtum lautet: Boudoir müsse provozieren. Tatsächlich geht es viel mehr um Stärke und Selbstbewusstsein als um Reiz. Ein respektvoll gestaltetes Fotoshooting zeigt Persönlichkeit, Haltung und Ausstrahlung, statt Rollen zu bedienen.

Schönheit entsteht, wenn eine Frau sich sicher fühlt, nicht wenn sie eine fremde Figur spielt oder ein Posing 1:1 nachstellt. Meine Erfahrung zeigt, dass Bilder die man “nachstellt” keine Tiefe haben wie Bilder die aus einem natürlichen Körpergefühl, aus echten Emotionen und Vertrauen heraus entstehen. Übrigens ist das auch einer der Gründe warum ich finde, dass es mehr als eine Stunde braucht um besondere Bilder entstehen zu lassen.

Ein weiterer Mythos betrifft die Perfektion. Frauen kommen zu mir und entschuldigen sich dafür „zu curvy“ zu sein. Viele entschuldigen sich für fehlende Erfahrung vor der Kamera. Die Wahrheit: Erfahrung ist keine Voraussetzung, sondern das Ergebnis. Du bist perfekt genau so wie du bist und jedes Foto macht dich um Erfahrung reicher. Wir kreieren DEIN PERFEKTES BOUDOIR_ERLEBNIS. Hierfür brauchst du nichts außer ein bisschen Vertrauen in dich und mich, den Mut zu einem echten Lächeln und ein bisschen Zeit. ;)

Ein letzter Mythos zu Boudoir kommt aus den Sozialen Medien. Abmahnungen auf Instagram lassen Boudoir gefährlich wirken, obwohl viele Inhalte regelkonform sind. Dies mag strengen KI Regeln geschuldet sein, macht es uns als Fotografinnen aber nicht unbedingt leichter diese Plattformen zu bespielen, wenn ein weiblicher Nippel als “sexuell anzüglich” gilt, wogegen ein männlicher Nippel ohne Sanktionen bleibt… Verrückt oder?

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